Die Samaria-Schlucht - Teil 2

Wandern in der Samaria-Schlucht

Wie kommt man hin?

Wenn Sie mit dem eigenen oder Miet-Auto nach Omalos fahren, müssen Sie es dort wieder abholen - nicht die beste Lösung.
Alternativ dazu gibt es öffentliche Busse (KTEL), die jeden Morgen nach Omalos fahren (nur wenn die Schlucht geöffnet ist). Wenn Sie nach der Wanderung erst einmal in Agia Roumeli sind, nehmen Sie von dort eine der Fähren nach Chora Sfakion (oder Sougia bzw. Paleochora, wenn Sie dies vorziehen und danach den Abendbus nach Chania.
Wenn Sie zu mehreren unterwegs sind, warum sich nicht ein Taxi nach Omalos teilen? Von Chania aus kostet um die Euro 70 (2015)

Die übliche Alternative zu Obengenanntem ist eine organisierte Tour. Sie kann überall in den Reisebüros oder Hotels an der Nordküste gebucht werden. Sie werden von Ihrem Hotel abgeholt und wieder dort abgeliefert und Sie haben einen eigenen Führer. Es bedeutet nicht, in der Gruppe wandern zu müssen: jeder läuft nach dem eigenen Rhythmus und man trifft sich zu vorgegebener Zeit in Agia Roumali. Diese Touren sind nicht sehr teuer.

Was müssen Sie für die Wanderung mitnehmen?

  •  eine Wasserflasche, die Sie immer wieder auffüllen können Sonnencrème und eine Kopfbedeckung, vor allem für den letzten Teil der Wanderung, weil es wenig Schatten gibt
  •  gute Schuhe. Es müssen keine Wanderschuhe sein, aber Sie werden die Wanderung nicht unbedingt genießen, wenn Sie Tennisschuhe oder Sandalen tragen
  •  Essen. In der Schlucht können Sie nichts zu essen kaufen
  •  eine Jacke für den frühen Morgen: in 1200 m Höhe kann es noch recht frisch sein
  •  diverse Pflaster für Blase

Mit welchem Terrain müssen Sie rechnen?

Steine, Steine und noch mehr Steine! Das Terrain ist die meiste Zeit über steinig, aber unterschiedlich. Zu Beginn ist der Pfad 'gepflastert' mit unebenen Steinen, dann wieder ähnelt er einem Waldweg mit etwas Erde. Erreichen Sie erst das Flussbett, laufen Sie meistens auf Kieselsteinen (ermüdend für die Fuss-Sohlen). Auch müssen Sie das Flussbett mindestens 12 mal überqueren, manchmal auf kleinen Holzbrücken, aber öfter auf Steinen. Diese sind in strategischen Abständen hingelegt, erfordern aber dennoch etwas Trittsicherheit. Der einzige einfache Weg ist dort, wo Sie den Nationalpark am südlichen Ende verlassen: er ist flach und es gibt keine Steine, allerdings auch keinen Schatten, sodass die letzten 3 km im Sommer wirklich heiß werden können.

Wie lange brauchen Sie und wie fit müssen Sie sein?

Eine Wanderung über 16 km auf ebenem Boden sollte bei zügigem Tempo eigentlich ca. 3 Stunden dauern. Theoretisch wäre das in der Samaria-Schlucht machbar, da Sie ja die ganze Zeit über abwärts laufen. Wenn Sie aber den Weg nicht kennen und an kretisches Terrain nicht gewöhnt sind (selbst wenn es gemessen an kretischem Standard ein sehr guter Weg ist), werden Sie an Wanderzeit einiges länger brauchen. Gehen Sie von mindestens 4 Stunden aus, wobei manche etwas länger brauchen werden, vor allem wenn Sie für die ersten beiden Kilometer langsam laufen. Diese sind wie gesagt sehr steil und erfordern Erfahrung und starke Knie, will man sie in gutem Tempo bewältigen. Addieren Sie Pausen und Zeit, sich umzusehen und zu fotografieren, dann kommen Sie auf ca. 6-7 Stunden für die Gesamtstrecke.

Die Wanderung ist lang und kann mühsam sein, aber sie ist nicht schwierig. Trotzdem kommen Leute täglich in Schwierigkeiten und machen Erfahrungen, die alles andere als angenehm sind. Die häufigsten Gründe sind:

  •  manche Leute betätigen sich niemals körperlich, verlangen aber plötzlich von ihrem Körper, dass er 16 Kilometer ohne Protest auf unebenem Gelände marschiert
  •  schlechtes Schuhwerk und damit verbundene Blasen und/oder Fußschmerzen
  •  Probleme mit der Hitze (im Sommer)
  •  Knieprobleme, die beim ersten steilen Abstieg entstehen und dann nicht besser werden

 

 

Kinder auf der Wanderung

Die meisten kleinen Kinder haben mit dem Laufen an sich keine Probleme, aber mit der Länge der Strecke. Sein Kind am Ende tragen zu müssen, will man sich bei einer solch langen Wanderung wirklich ersparen. Ich empfehle, Kinder erst ab 8 oder 9 Jahren mitzunehmen. Von diesem Alter an haben sie in der Regel weniger Probleme mit dem Wandern als ihre Eltern, aber sie tendieren dazu, etwas zu schnell zu laufen, herumzuspringen ..... und hinzufallen. Gehen Sie sicher, dass Sie sie die ganze Zeit im Auge behalten (oder zumindest wissen, ob sie vor oder hinter Ihnen sind!) und versuchen Sie, sie zu stoppen, wenn sie's zu wild treiben.

Ein paar Tipps

  • Trinken Sie viel!
  • Vermeiden Sie es, unter Steilwänden anzuhalten: hier besteht Steinschlaggefahr, vor allem, wenn es vor kurzem geregnet hat oder es windig ist. Das Risiko, dass Ihnen ein Stein auf den Kopf fällt, ist gering (obwohl dies schon passiert ist), aber man muss es nicht vergrößern
  • Rufen oder pfeifen Sie nicht laut, es ist unangenehm für andere und erhöht das Risiko von Steinschlag
  • Im Dorf Samaria, grob geschätzt auf der halben Strecke, machen die meisten Wanderer eine längere Pause. Vermeiden Sie es, länger als eine halbe Stunde zu rasten (vor allem, wenn Sie an diese Art von Wanderung nicht gewöhnt sind), weil Ihre Muskeln dann steif werden und Sie das Weiterlaufen als ziemlich hart empfinden.
  • Schauen Sie sich bei Ihrer Pause im Dorf Samaria ein wenig - still - um, Sie werden wahrscheinlich Krikris zu Gesicht bekommen. Die Jungtiere sind an tägliche Besucher gewöhnt und nicht besonders scheu.
  • Laufen Sie auf den ersten beiden Kilometern langsam. Der Pfad ist steil, die Steine abgelaufen und rutschig - hier passieren die meisten Unfälle.
  • Schauen Sie immer, wohin Sie gehen. Wenn Sie sich umsehen wollen (und Sie werden es wollen, glauben Sie mir!), halten Sie zuerst an und schauen dann. Es genügt ein Sekundenbruchteil Unaufmerksamkeit, und Sie treten auf einen Stein, fallen hin und verletzen sich.

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The Samaria Experience - back to the roots of Cretan traditions
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