Die Imbros-Schlucht

Wanderung durch die Imbros-Schlucht

Bei Kreta-Wanderern ist die Imbros-Schlucht nach der Samaria-Schlucht die zweit populärste. Die Hauptgründe dafür sind:

  • Die Wanderung ist einfacher: der Weg durch die Schlucht ist 8 km lang, der Abstieg insgesamt 600 Höhenmeter und die durchschnittliche Wanderzeit beträgt 2 ½ Stunden. Das Gelände ist generell einfacher zu begehen. Eine Wanderung, die man gut auch mit Kindern machen kann. Ausserdem braucht man dafür nicht einen ganzen Tag. -
  • Die Imbros-Schlucht ist einfacher zu erreichen: es gibt eine gute Straße (nach Chora Sfakion und Südkreta, die parallel zur Schlucht verläuft) und man kommt ohne Schiffsfahrt wieder zurück.
  • Obwohl die Samaria-Schlucht viel größer und länger ist, gibt es in der Imbros-Schlucht sehr spektakuläre Abschnitte, vor allem die verschiedenen engen Passagen.
  • Die Imbros-Schlucht ist das ganze Jahr geöffnet, was vor allem im Frühling (April) entscheidend ist, wenn die Samaria-Schlucht in der Regel noch geschlossen ist.
  • Für einige Leute (im Speziellen Australier und Neuseeländer, z.T. auch Briten) ist die Wanderung durch die Imbros-Schlucht eine Art Pilgerreise, da ihre Eltern oder Grosseltern mit den Alliierten Truppen auf Kreta kämpften und im Mai 1941 zu Fuss durch die Schlucht von der Insel flohen, um nach Ägypten zu entkommen.

Der Weg in die Schlucht beginnt unterhalb des Dorfes Imbros. Es gibt mehrere Cafés und Tavernen in Imbros (mit genügend Parkplätzen), von wo jeweils ein Weg zum Ticket-Häuschen am Schlucht-Eingang führt. Die Wege sind klar markiert. Je nach dem, wo im Dorf man startet braucht man 3 bis 10 Minuten bis zum Eingang. Ein Ticket kostet 2 Euro (2016).

Von dort führt der Wanderweg leicht absteigend in die Schlucht Richtung Süden. Der Weg ist nie besonders steil oder sehr schwierig (Turnschuhe sind für die Wanderung ausreichend), aber wie überall auf Kreta ist der Pfad sehr steinig, sodass man schon aufpassen muss, wohin man seinen Fuss setzt. Da die Schlucht ziemlich eng ist (an einer Stelle weniger als 2m breit!) und es einige Bäume gibt, hat man fast immer Schatten.

Im Vergleich zur Samaria-Schlucht ist die Imbros-Schlucht viel kürzer und die Felswände viel niedriger, wodurch man den Felsen und Hängen näher kommt und somit auch die vielen interessanten Pflanzen und Blumen besser sehen kann, gerade im Frühling.

Nach etwa 90 Minuten Gehzeit (seit dem Schluchteingang, 2 Stunden wenn man wirklich langsam geht) kommt man auf der rechten Seite an einem eindrücklichen Felsentor vorbei. Da ist man schon fast am Ende der Wanderung. Falls man vor hat, die Schlucht wieder hoch zu gehen, ist das ein guter Punkt zum Umkehren. Weiter unten wird die Schlucht etwas breiter und nach weiteren 15 Minuten erreicht man die Strasse und das Dorf Komitades, wo es einige Tavernen gibt.

Falls Sie an einer organisierten Bustour teilnehmen, ist das der Ort, wo Sie vom Bus abgeholt werden. Wenn Sie nach Imbros zurück (oder nach Chora Sfakion) gelangen möchten, fragen Sie am besten in einer der Taverne nach. Viele Einheimische bieten einen inoffiziellen Taxiservice an. Oft dient zu diesem Zweck die Ladefläche eines Pickups, was durchaus etwas abenteuerlich sein kann.

Das Dorf Imbros liegt auf einer der Hauptverbindungsstraßen, die den Norden mit dem Süden der Insel verbinden. Von Chania aus kann man Imbros mit dem öffentlichen Bus, der nach Chora Sfakion fährt, erreichen, wobei die Busse nicht sehr oft verkehren, was die Flexibilität einschränkt.

Das Einfachste ist, eine Tour bei einem lokalen Reiseunternehmen zu buchen. (Fragen Sie in Ihrem Hotel nach, was in Ihrer Gegend angeboten wird.) Alle Transfers sind arrangiert, aber es nimmt Ihnen auch eine gewisse Flexibilität.

Es ist auch einfach, mit dem Mietauto nach Imbros zu fahren. Dafür muss man nach der Wanderung wieder zum Auto zurückkommen. Da gibt es verschiedene Möglichkeiten:
a) Man wandert die Schlucht wieder hoch. Die Wanderung ist nicht so lang, v.a. wenn man nicht bis ganz nach unten zur Straße geht und schon etwas früher umkehrt.
b) Man geht bis nach Komitades und fährt mit einem lokalen Taxi (in der Regel ein Privatauto) zurück nach Imbros. Mit mehreren Leuten bezahlt man etwa 6-8 Euro pro Person (2016).
c) Eine andere Möglichkeit ist, am Morgen nach Komitades zu fahren, die Schlucht hoch zu wandern und um etwa 15.15 Uhr (besser die Zeit nochmals bestätigen lassen!) in Imbros den öffentlichen Bus, der von Chania kommt und nach Chora Sfakion fährt, zu nehmen. Bei der Kreuzung, die nach Komitades führt, steigt man aus und von dort sind es noch ungefähr 10 Minuten zu Fuss zurück zum Auto.

Falls Sie in Chora Sfakion stationiert sind, können Sie am Morgen den öffentlichen Bus, der nach Chania fährt, nehmen und im Dorf Imbros aussteigen, die Schlucht hinunter wandern und von Komitades entweder noch bis Chora Sfakion zu Fuss gehen (von Komitades aus braucht man ungefähr eine Stunde, aber es ist eine lange Straße ohne Schatten) oder man organisiert eine Taxifahrt nach Chora Sfakion.

Man kann das ganze Jahr durch die Schlucht wandern, aber wie bei allen Schluchten sollte man Regentage wegen Risiko von Steinschlag vermeiden. Zwar gibt es in der Imbros-Schlucht nicht so viele senkrechte Felswände wie z.B. in der Aradena- oder der Samaria-Schlucht, was das Risiko etwas vermindert. Durch die Imbros-Schlucht fliesst kein Fluss, sodass Wasser nur während oder kurz nach einem heftigen Niederschlag ein Problem wäre. Ich habe schon erlebt, dass die Schlucht im oberen Teil (ungefähr auf 700 müM) von Schnee blockiert war, aber das würde nur mitten im Winter und selten vorkommen.

Frühling ist eine wunderschöne Zeit, durch die Schlucht zu wandern, wegen den vielen Blumen. Man sollte aber nicht ausser Acht lassen, dass die Schlucht im April die meisten Besucher hat. Das hat damit zu tun, dass die Samaria-Schlucht in der Regel im April noch geschlossen ist und die Reiseunternehmen als Alternative die Imbros-Schlucht als Wanderziel anbieten. Das könnte also sein, dass Sie im April die Schlucht mit einigen Busladungen voll Wanderern teilen müssen. Sie können dem entgehen, indem Sie erst später (gegen Mittag) losgehen.

Die Wanderung im Sommer zu machen ist o.k.. In der Schlucht gibt es viel Schatten und der Abstieg ist gemächlich, sodass man nicht all zu sehr unter der Hitze leidet. Aber geht man später als Juni, verpasst man die vielen schönen Blumen, die in den Felsen wachsen.

Die Imbros-Schlucht war die Hauptroute über welche die Alliierten Kräfte im späten Mai 1941 von der Insel flohen, nachdem sie die Luftlandeschlacht um Kreta verloren hatten. Knapp 20‘000 Soldaten (hauptsächlich Neuseeländer, Australier und Briten) marschierten vom Norden der Insel durch die Imbros-Schlucht nach Komitades und weiter nach Chora Sfakion, wo sie von Schiffen abgeholt und nach Ägypten gebracht wurden. Ungefähr 13‘000 schafften es auf ein Schiff. Die restlichen wurden von den Deutschen gefangen genommen oder entkamen in die umliegenden Berge. In Chora Sfakion gibt es ein Denkmal zur Erinnerung an diese Ereignisse.

 

 

Fotos von der Imbros-Schlucht

Diese Fotos wurden während verschiedenen Jahreszeiten genommen. Wenn Sie im Sommer oder Herbst kommen werden Sie nicht sehr viele Blumen sehen.. Aber die Wanderung ist trotzdem noch schön.

  • Imbros gorge seen from the road (looking South)
  • Imbros gorge seen from the road (looking North)
  • The entrance of the gorge
  • In the upper part of the gorge
  • In the upper part of the gorge
  • In the upper part of the gorge
  • In the upper part of the gorge
  • In the gorge
  • In the gorge
  • Forested part of the gorge
  • Two walkers in the gorge
  • In the gorge
  • In the gorge
  • In the gorge
  • In one of the narrowest parts
  • In  the gorge
  • In the gorge
  • Walkers in the gorge
  • In the gorge
  • Campanula tubulosa
  • Campanula tubulosa
  • Campanula tubulosa
  • Campanula tubulosa
  • Securigera globosa
  • Securigera globosa
  • Centaurea raphanina
  • In the gorge
  • A narrow passage
  • A narrow passage
  • Lower down
  • A narrow passage
  • Narrowest point of Imbros gorge
  • Rock gate
  • Rock gate
  • Lower section
 

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