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Kreta blickt auf 5 Jahrtausende
Zivilisation zurück, und Schicht auf Schicht
liegen hier die Kulturen übereinander.
Dementsprechend gibt es auch viele archäologische
Stätten überall auf der Insel. In West-Kreta
findet man leider nur wenige Überreste
aus der minoischen Zeit, höchstens mal
ein paar Mauern hier und da (z.B. in der
Kanevaro-Straße in Chania, wo Sie die
Ausgrabungen von vier minoischen Villen
sehen können). Römische und hellenistische
Ruinen sind verbreiteter, aber es wurden
nur wenige Ausgrabungen durchgeführt,
was bedeutet, dass die meisten antiken
Stätten dem Besucher nur wenig anzubieten
haben. Die folgenden Plätze aber sind
einen Besuch wert:
Aptera
Aptera, über der Soudabucht und östlich
Chanias gelegen, war früher eine sehr
große Stadt. Sie wurde von den Mykenern
gegründet (obwohl es Zeichen einer späten
minoischen Epoche gibt), von den Dorern
erweitert und als Siedlung bis zur byzantinischen
Zeit benutzt. Das archäologische Gebiet
um Aptera ist ziemlich groß und nur einige
Ausgrabungen wurden bisher durchgeführt.
Die Ruinen stammen aus verschiedenen Perioden:
enorme römische Zisternen, die Grundmauern
eines Demeter-Tempels, ein dorischer Tempel,
ein hellenistischer Apollo-Tempel, dazwischen
ein byzantinisches Kloster und ein großes
türkisches Schloss.Der Blick von Aptera
lohnt die Anfahrt: im Norden (vom Schloss
aus) sehen Sie die ganze Soudabucht und
im Süden die Weißen Berge.
Falassarna
Falassarna liegt ca. 55 km westlich Chanias
und ist wegen seines schönen Strandes
und des sehr sauberen Wassers bekannt.
Nördlich des Strandes (10 Minuten zu Fuß)
können Sie die Reste eines antiken Hafens
sehen, der aus der späten minoischen Epoche
stammt. Die Siedlung war während der hellenistischen
und römischen Periode bewohnt und wurde
wahrscheinlich verlassen, als die Insel
sich einige Meter hob: der Hafen liegt
nun fast 6 Meter über dem Meeresspiegel.
In der Nähe gibt es einen interessanten
,Thron' (dessen Funktion unklar ist) und
einen Sarkophag. Ein wenig weiter nördlich
sind Überreste eines Steinbruchs (zuerst
hielt man ihn für ein Hafenbecken), ein
runder Turm und Häuserfragmente zu sehen;
diese werden z.Zt. ausgegraben. Es lohnt
sich auch, den Hügel hochzulaufen, durch
kaum sichtbareÜberbleibsel von Häusern.
Ganz oben liegt eine kleine Plattform
mit einem schönen Blick.
Polirinia
Polirinia liegt ca. 6 km landeinwärts
von Kastelli aus, über dem Dorf Polirinia.
Im 6. Jahrhundert haben hier Dorer eine
große Stadt auf einem steilen Hügel erbaut.
Kissamos (das heutige Kastelli) war ihr
Hafen. Von der antiken Stadt ist nicht
viel übrig geblieben - nur ein paar Mauern,
einige Gräber, römische Zisternen, und
Tempelruinen - von venezianischen Schlossruinen
überschattet - aber ein Besuch lohnt sich
wegen des phantastischen Panoramablicks
über die ganze Kissamos-Bucht. Es gibt
eine sehr nette Taverne gerade unterhalb
der archäologischen Stätte, der Blick
von der Terrasse übertrifft den der meisten
anderen auf West-Kreta, vor allem bei
Sonnenuntergang.
Lissos
Lissos liegt etwa eine Fußstunde westlich
Sougias und war eine wichtige Küstensiedlung,
die während der hellenistischen, römischen
und byzantinischen Periode bewohnt war.
Lissos war berühmt für seine Heilquellen.
Es sind eine Reihe von Ruinen zu sehen,
vor allem der kleine Äskulap-Tempel (der
griechisch-römische Gott der Heilung),
der in der ganzen Gegend bekannt war.
Sie können noch einen guterhaltenen Mosaikboden
darin sehen. Das ganze Gebiet ist voller
Ruinen, viele davon von Vegetation verdeckt.Auf
der Westseite des Lissos-Tales gibt es
ca. 20 kleine Häuser mit Kuppeldecken,
von roten Dachziegeln bedeckt; man vermutet,
dass es sich um römische Gräber handelt. |